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Was eine Firmenwebseite kostet und woran Sie sparen können

Die Frage nach dem Preis lässt sich nur beantworten, wenn man vorher klärt, was die Seite eigentlich leisten soll. Hier die realistischen Größenordnungen für die drei üblichen Wege.

8 Min. Lesezeit · Zuletzt aktualisiert:

Eine Firmenwebseite kostet in Deutschland je nach Umsetzungsweg sehr unterschiedlich: Baukastensysteme starten bei einem niedrigen zweistelligen Monatsbetrag, eine solide WordPress-Umsetzung durch einen Dienstleister liegt im mittleren vierstelligen Bereich, individuell entwickelte Seiten beginnen im oberen vierstelligen Bereich. Hinzu kommen in allen drei Fällen laufende Kosten für Domain, Hosting, Wartung und Pflege.

Die interessantere Zahl ist aber nicht der Anschaffungspreis, sondern die Summe über fünf Jahre. Und da verschieben sich die Verhältnisse deutlich.

Die drei Wege im Vergleich

Baukasten

Sie mieten eine Plattform, wählen eine Vorlage, füllen Texte und Bilder ein. Alles aus einer Hand: Hosting, Zertifikat, Updates, Vorlagen.

Passt für: Betriebe, die eine überschaubare Visitenkarte im Netz brauchen, selbst pflegen wollen und keine besonderen Funktionen benötigen.

Der Haken: Sie sind an die Plattform gebunden. Ein Umzug bedeutet in der Regel Neubau. Die Gestaltungsfreiheit endet an den Grenzen der Vorlage, und bei Ladegeschwindigkeit sowie technischer Suchmaschinenoptimierung stoßen Baukästen schnell an ihre Grenzen.

WordPress oder ein anderes Redaktionssystem

Der verbreitetste Weg. Ein Dienstleister setzt ein System auf, passt ein Design an, richtet Funktionen über Erweiterungen ein. Sie können Inhalte anschließend selbst pflegen.

Passt für: die meisten mittelständischen Betriebe mit regelmäßig zu aktualisierenden Inhalten, einem Blog oder mehreren Leistungsseiten.

Der Haken: Wartungsaufwand. Systemkern, Erweiterungen und Design brauchen laufend Updates, nicht aus Ordnungsliebe, sondern weil veraltete Erweiterungen das häufigste Einfallstor für gehackte Webseiten sind. Wer das nicht einplant, hat nach zwei Jahren ein Sicherheitsproblem.

Individuell entwickelt

Die Seite wird für Ihren Zweck gebaut, ohne Vorlagengerüst und ohne Erweiterungen, die zu 90 Prozent aus ungenutzten Funktionen bestehen. Das Ergebnis ist schneller, sicherer und exakt auf den Bedarf zugeschnitten.

Passt für: Betriebe, bei denen die Webseite tatsächlich Aufträge bringt, sowie für alle Fälle mit besonderen Anforderungen: Rechner, Buchungsstrecken, Anbindung an eigene Systeme, mehrere Sprachen.

Der Haken: höhere Anfangsinvestition und Abhängigkeit vom Dienstleister, sofern die Übergabe nicht sauber geregelt ist. Fragen Sie deshalb vor Auftragsvergabe, wem der Quellcode gehört und wie eine Übergabe aussehen würde.

Rechnen Sie über fünf Jahre: Ein Baukasten mit 30 Euro monatlich kostet über fünf Jahre 1.800 Euro, plus Ihre eigene Arbeitszeit für die Pflege. Eine einmalig bezahlte Seite mit geringen laufenden Kosten kann in derselben Zeit günstiger sein und ist dabei schneller und besser auffindbar.

Die laufenden Kosten, die gern vergessen werden

PostenAnmerkung
DomainJährlich, geringer Betrag; sollte auf Ihren Namen registriert sein, nicht auf den der Agentur
HostingMonatlich; Qualität wirkt sich direkt auf Ladezeit und damit auf die Platzierung bei Google aus
SSL-ZertifikatHeute meist im Hosting enthalten; wenn separat berechnet, nachfragen
Wartung und UpdatesBei WordPress unverzichtbar; entweder Zeit oder Geld
InhaltspflegeDer Posten, der am häufigsten unterschätzt wird
Rechtliche AnpassungenImpressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Hinweis, ändern sich mit der Rechtslage

Was den Preis nach oben treibt

  • Anzahl der Seiten. Zehn Leistungsseiten sind Faktor zehn gegenüber einer.
  • Texte. Wer keine Inhalte liefert, muss sie schreiben lassen. Das ist regelmäßig ein größerer Posten als die Technik.
  • Bilder. Eigene Aufnahmen kosten, Stockfotos wirken beliebig. Beides hat einen Preis.
  • Mehrsprachigkeit. Verdoppelt praktisch alles: Aufbau, Texte, Pflege.
  • Funktionen. Buchung, Kundenbereich, Anbindung an die Warenwirtschaft: jede Funktion ist ein eigenes kleines Projekt.
  • Abstimmungsschleifen. Der stille Kostentreiber. Wer im Vorfeld klärt, wer entscheidet, spart am meisten.

Woran Sie sinnvoll sparen können

Klein starten. Fünf gute Seiten schlagen zwanzig halbfertige. Erweitern lässt sich später.

Texte selbst schreiben. Sie kennen Ihre Kunden und deren Fragen besser als jeder Texter. Ein Dienstleister kann redigieren und für Suchmaschinen strukturieren, das ist deutlich günstiger als Schreiben von null.

Eigene Fotos machen. Ein Handyfoto aus der eigenen Werkstatt wirkt oft glaubwürdiger als das Stockfoto mit dem lachenden Team im Großraumbüro.

Auf Funktionen verzichten, die niemand nutzt. Chat-Fenster, aufwendige Bildergalerien, animierte Zähler, schön anzusehen, selten wirksam, immer zu warten.

Woran Sie nicht sparen sollten

Ladegeschwindigkeit. Google indexiert die mobile Version und bewertet Ladezeiten. Eine langsame Seite verliert Besucher und Platzierungen gleichzeitig.

Rechtliche Pflichtangaben. Fehlendes oder fehlerhaftes Impressum und mangelhafte Datenschutzerklärung sind ein echtes Abmahnrisiko.

Barrierefreiheit. Ausreichende Kontraste, sinnvolle Bildbeschreibungen, Bedienbarkeit per Tastatur. Das ist nachträglich deutlich teurer als von Anfang an mitgedacht.

Zugang zu den eigenen Zugängen. Domain, Hosting, Redaktionssystem: alles sollte auf Sie registriert sein und Ihnen zugänglich. Klingt selbstverständlich, ist es in der Praxis oft nicht.

Fünf Fragen an jeden Anbieter

  1. Wem gehören Domain, Quellcode und Inhalte nach Projektende?
  2. Was genau ist in der laufenden Betreuung enthalten, was kostet extra?
  3. Wie schnell lädt die Seite auf dem Handy und woran wird das gemessen?
  4. Kann ich Inhalte selbst pflegen, und bekomme ich eine Einweisung?
  5. Was passiert, wenn ich in drei Jahren zu einem anderen Dienstleister wechseln möchte?

Die Antworten auf Frage eins und fünf sagen mehr über einen Anbieter aus als jede Referenzliste.

Häufige Fragen

Was kostet eine Firmenwebseite?

Baukastensysteme starten bei einem niedrigen zweistelligen Monatsbetrag, eine WordPress-Umsetzung durch einen Dienstleister liegt meist im mittleren vierstelligen Bereich, individuell entwickelte Seiten beginnen im oberen vierstelligen Bereich. Hinzu kommen laufende Kosten für Domain, Hosting, Wartung und Pflege.

Ist ein Baukasten oder WordPress besser für kleine Unternehmen?

Ein Baukasten passt für einfache Webseiten, die selbst gepflegt werden und keine besonderen Funktionen brauchen. WordPress oder ein individuell entwickeltes System lohnt sich, sobald regelmäßig Inhalte hinzukommen, die Seite Aufträge bringen soll oder besondere Funktionen nötig sind.

Welche laufenden Kosten hat eine Webseite?

Domain jährlich, Hosting monatlich, gegebenenfalls SSL-Zertifikat, dazu Wartung und Updates, Inhaltspflege und gelegentliche rechtliche Anpassungen bei Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Hinweis.

Wem sollte die Domain der Firmenwebseite gehören?

Immer dem Unternehmen selbst, nicht der Agentur oder dem Dienstleister. Dasselbe gilt für Hosting-Zugänge und die Zugänge zum Redaktionssystem. Nur so bleibt ein späterer Dienstleisterwechsel ohne Neubau möglich.